Evangelische Kirche Eitorf

Flüchtlingshilfe

Flüchtlingsinitiative Eitorf -
Eine Kooperation der evangelischen und katholischen Kirche und der Kommunalgemeinde Eitorf

Seit mehr als zwei Jahren engagiert sich unsere Kirchengemeinde, zunächst in Kooperation mit der Kommunalgemeinde, dann auch mit Unterstützung der Katholischen Kirchengemeinde Eitorf in der Flüchtlingsarbeit. Damals waren es noch um die 50 Asylsuchende in Eitorf, die es zu unterstützen galt. Inzwischen ist ihre Zahl auf ca. 400 gestiegen, und auch wenn es im Februar keine weiteren Zuweisungen geben soll, so ist doch danach mit weiteren Neuankömmlingen zu rechnen.
Von Anfang an orientierte sich unsere Unterstützung am Gedanken der Integration und begann mit den Deutschkursen, die von ehrenamtlich arbeitenden Lehrern im Ruhestand aus unserer Kirchengemeinde geleitet wurden. Schon damals ergab sich beim Kennenlernen der Menschen so mancher Notfall, in dem unsere Kirchengemeinde aus diakonischen Mitteln Unterstützung gewährte. Im Laufe der Zeit und mit den ständig steigenden Zahlen der Asylsuchenden zeigte sich aber, dass eine Finanzierung der Unterstützung nur aus Mitteln unserer Kirchengemeinde und mit Sachspenden nicht zu stemmen war. Außerdem wurden wir auch immer wieder von Gemeindegliedern angesprochen und gefragt, wie man denn am besten helfen könnte.
Schließlich wurde ein gemeinsames Konto für Spenden an die Flüchtlingsinitiative Eitorf eingerichtet, auf das Geldspenden eingezahlt werden können. Immer wieder lesen Sie in unseren Veröffentlichungen Spendenaufrufe und diese Aufrufe blieben nicht erfolglos. Viele von Ihnen haben sich beteiligt, die Hilfsbereitschaft hat wirklich all unsere Hoffnungen übertroffen. 2014 wurden 2.231,40 € und 2015 wurden 9.440,18 € gespendet. Deshalb ist es heute mal an der Zeit, allen Spendern zu danken, sowohl denen, die Geld gespendet haben, als auch denen, die mit Sachspenden geholfen haben, und natürlich auch denen, die ihre Zeit geopfert und ehrenamtlich mitgearbeitet haben und noch mitarbeiten. Ohne ihre großzügige Hilfe hätte es viele Aktivitäten der Flüchtlingsinitiative nicht gegeben. Herzlichen Dank dafür.

Die Spendengelder wurden für die folgenden Zwecke ausgegeben (die Reihenfolge spiegelt nicht die Wichtigkeit der Aufgabe oder die Höhe der finanziellen Unterstützung wider):
•    Bücher und vereinzelt auch Schreibutensilien für die Deutschkurse
•    Unterstützung der internationalen Klassen, Zuschüsse zu Ausflügen, für Schulbücher, Materialien, Schulranzen
•    Unterstützung zur Ermöglichung der Teilnahme an Klassenfahrten
•    Unterstützung zu Beitragszahlungen für die Teilnahme an Kinderspielgruppe / Mutter-Kind-Gruppe
•    Eintrittskarten und Fahrtkosten zu kulturellen Veranstaltungen, z.B. Gruppenfahrt zum Kölner Dom
•    Unterstützung des Willkommenstreffs
•    Medikamente und Brillen, die nicht vom Sozialamt übernommen werden
•    Haushaltsgegenstände, soweit nicht durch die Grundausstattung der Kommunalgemeinde gedeckt und nicht durch Sachspenden zu beschaffen (vorzugsweise aus dem Lager des SKM)
•    Kleidung und Schuhe, soweit nicht durch Sachspenden zu beschaffen
•    Sport-/Fußballschuhe, falls nicht durch Sachspenden zu beschaffen
•    Bei Bedarf Unterstützung der Kleiderstube, z.B. wenn durch Sachspenden nicht genügend Jacken oder Schuhe in kleinen Größen beschafft werden können
•    Beschaffung von Ersatzteilen für gespendete Fahrräder
•    Fahrtkostenunterstützung für Fahrten zu den Intensiv-Deutschkursen der VHS, z.B. zum Intensivkurs für Akademiker in Siegburg
•    Fahrtkostenunterstützung für Angehörige, die ein Familienmitglied in Kliniken, z.B. in Bonn, Köln oder Düsseldorf, besuchen möchten
•    In Einzelfällen begrenzte Zuschüsse zu Anwaltskosten
•    Auslagenersatz für ehrenamtlich Mitarbeitende

Wie Sie sehen, gab es viele Anliegen, die förderungswürdig waren. Immer wurde im Auge behalten, nichts zu unterstützen, was durch die Grundversorgung abgedeckt war. In den seltensten Fällen wurden Kosten komplett übernommen. Die Asylsuchenden wurden immer angehalten, einen Teil der Kosten selbst zu tragen. Einen herzlichen Dank an unsere Frau Henschel, die die Koordination innerhalb der Flüchtlingsinitiative übernommen hat und die Anliegen der Asylsuchenden immer im Blick hat.
Wie anfangs schon erwähnt, rechnen wir mit weiteren Zugängen in der Zukunft. Deshalb werden Ihnen unsere Spendenaufrufe erhalten bleiben. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir auch weiterhin auf Ihre Unterstützung zählen könnten, denn ohne Ihre Hilfe geht es nicht.

Spendenkonto:
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE 43 3705 0299 0003 0113 92
BIC: COKSDE33XXX
Verwendungszweck: Asylsuchende

Übrigens …
 Selbstverständlich unterstützt die Evangelische Kirchengemeinde Eitorf nicht nur asylsuchende Menschen.
 An vielen Sonntagen sammeln wir in den Gottesdiensten für diakonische Aufgaben in unserer eigenen Kirchengemeinde. Die Gelder aus diesen Kollekten fließen zusammen mit anderen Spenden und Beträgen aus unserem Haushalt in die Haushaltsstelle „Diakonie“. Aus diesen Mitteln können alle Gemeindeglieder, die sich in Notfällen an uns wenden, unterstützt werden.

Karin Koch

 

Fest der internationalen Begegnung

Auf dem diesjährigen Fest der internationalen Begegnung gab es erstmalig einen Stand mit syrischem und iranischem Essen. Dieses wurde gemeinsam von iranischen, in unserer Gemeinde getauften Flüchtlingen mit aus Syrien Geflohenen gekocht. Die Zubereitung fand unter viel Erzählen, Gelächter und Probieren in unserem Gemeindesaal statt. Auch der Verkauf des leckeren Essens auf dem Marktplatz fand gemeinsam statt. Dort gab es viele Gespräche und es wurden Kontakte zwischen Syrern, Iranern und Deutschen geknüpft. Die Aktion war ein voller Erfolg. Der Erlös kam der Flüchtlingshilfe Eitorf zugute.

Silke Karpowski-Müller

 

Taufseminar

Sehr viele Flüchtlinge sind in der letzten Zeit hier nach Eitorf gekommen. Auch unsere Kirchengemeinde hat sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert. So sind sie in unserer Gemeinde gekommen, haben unsere Gottesdienste und Veranstaltungen besucht und fühlten sich bei uns sehr wohl. Einige haben den christlichen Glauben schon in ihrem Heimatland Iran kennengelernt. Auch wenn die Ausübung des christlichen Glaubens in ihrem Land gefährlich war und ist.

So kam die Anfrage, ob es möglich ist, die Taufe zu feiern, um Christ zu werden.

Anne Petsch und ich haben daraufhin ein Taufseminar angeboten, um die Grundlagen unseres Glaubens weiterzugeben. Als Themen haben wir ausgesucht: Unsere Kirche, das Glaubensbekenntnis, die 10 Gebote, das Abendmahl, die Taufe und unsere Kirchengemeinde. Am 19. Juni war es dann so weit: Unsere iranischen Flüchtlinge feierten mit der Gemeinde ihre Taufe in einem festlichen Gottesdienst. Am Ende des Gottesdienstes hat einer der Flüchtlinge ein Geschenk als Dankeschön überreicht, eine Handarbeit aus Holz, Nägeln und Fäden, damit ist ein wunderbares Kreuz entstanden. Wir freuen uns, dass das Kreuz nun in unserem Gemeindesaal hängt.

Krimhild Pulwey-Langerbeins