Evangelische Kirche Eitorf

Aktuelles

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Briefkasten – Gottesdienst an Pfingstsonntag, 31.05.2020

 

An Pfingsten feiern wir das Fest des Lebens und der Liebe; das Fest des Heiligen Geistes, den Geburtstag unserer Kirche. Wie damals als die Jünger, voran Petrus, in Jerusalem angerührt werden vom Geist Gottes, sollen auch wir uns vom Geist Gottes überraschen lassen. So grüße ich sie mit dem Wochenspruch: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen spricht der Herr Zebaoth und wünsche uns, dass wir uns von der Begeisterung des Heiligen Geistes anstecken lassen!

 

Psalm 118

 

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich

Und seine Güte währet ewiglich

            Der Herr ist meine Macht und mein Psalm

            Und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten;

Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Die Rechte des Herrn ist erhöht;

Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben

Und des Herrn Werke verkündigen

             Der Herr züchtigt mich schwer;

            Aber er gibt mich nicht dem Tode preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und em Herrn danke.

             Das ist das Tor des Herrn;

            Die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast

Und hast mir geholfen

             Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,

            ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen

Und ist ein Wunder vor unseren Augen.

             Dies ist der Tag, den der Herr macht;

            Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

 

Glaubensbekenntnis

 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben, begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

 

 

 

Lesung: 1. Mose 11,1-9

 

Es hatte alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des anderen Sprache verstehe! So zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Amen.

 

Angedacht:

Pfingsten, ein Fest, das anders ist als Weihnachten und Ostern. Pfingsten hat keine ausgeprägten Traditionen, keine Eier, keine Gans, kein Baum. Vielleicht ist das ganz gut so, dann können wir uns von diesem Fest überraschen lassen und es neu entdecken.

Wie war das damals bei den Jüngern. Nach der Auferstehung hatten sie noch 40 Tage gemeinsam mit Jesus. Da war zuerst eine große Freude und Leichtigkeit, alle waren wieder zusammen. Das Leben hat über den Tod gesiegt. Dann das Erlebnis bei der Himmelfahrt Jesu, der Abschied und wieder sind sie allein. Nach diesem Erlebnis entscheiden sie, nach Jerusalem zu gehen. In die Stadt, wo alles zu Ende war und alles wieder anfangen soll.

Sie bleiben zusammen, weil sie merken, wir tun einander gut, sie bleiben unter sich, weil sie doch sehr verunsichert sind und Angst haben. Sie beten miteinander. Der Pfingsttag kommt, in Jerusalem wird gefeiert, ein Erntefest, das jüdische Wochenfest, an dem man für die Weizenernte und für Gottes Gebote dankt. Wie jedes Jahr kommen viele Menschen zu diesem Fest nach Jerusalem. Es ist voll in Jerusalem. Und da geschieht es:

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer, und er setzte sich auf jeden von ihnen und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und Pamphylien, Ägypten und der Gegen von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimmen und redete zu ihnen: ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! Dann diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist´s was durch den Propheten Joel gesagt worden ist. Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben im Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt. Und es soll geschehen: werden Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden. (Apg. 2, 1-21)

Die Jünger wussten nicht, was passieren würde, Jesus würde den Heiligen Geist schicken, was würde auf sie zukommen? Und dann ereignete sich etwas völlig Überraschendes. Ein gewaltiger Wind erfüllt das Haus, sie werden begeistert, sie sind regelrecht Feuer und Flamme. Da hat doch etwas ganz unglaubliches, was überwältigendes die Jünger ergriffen und sie so stark bewegt, dass sie einfach hinaus mussten zu den Menschen und sich nicht mehr einschließen im Haus.

Aus verzagten und verunsicherten Menschen , die vereinzelt waren, miteinander konkurriert haben, misstrauisch miteinander umgegangen sind, die am Ende sogar Jesus verlassen hat, wird eine Gemeinschaft, die auf andere so überzeugend wirkt, das viele einfach dazu gehören wollen. Und auf einmal sprechen Menschen dieselbe Sprache.

Die Pfingstgeschichte ist die Gegengeschichte zum Turmbau zu Babel. Da wollen sich Menschen einen Namen machen, das heißt sie wollen alles beherrschen und kontrollieren. Einen Turm bauen bis zum Himmel in dem sie Gott vermuten, um wie Gott zu werden. Pfingsten dagegen kommen Menschen aus allen Ecken der Erde zusammen um zu feiern und auf einmal verstanden sie Petrus, den einfachen Fischer, denn er spricht direkt in ihre Herzen. An diesem Tag wurden 3000 Menschen getauft, die zu Gott gehören wollten. Wie war das wohl möglich? Die Apostelgeschichte gibt die eindeutige Antwort auf die Frage: Gott kommt, überraschend und überwältigend.

Damals am ersten Pfingsttag entstand die Kirche, die Gemeinschaft der Menschen, die an Jesus Christus glauben und mit ihm verbunden sein wollen.

Die Pfingstgeschichte erzählt,  wie Gott zu uns kommt. Der Heilige Geist zeigt sich an den Wirkungen. Aus vielen einzelnen Menschen wird eine Gemeinschaft. Menschen verstehen einander. Menschen werden aufgerichtet und getröstet. Sie begegnen einander als Geschwister, da ist nicht einer besser als der andere. Es passiert genau das, was mit Jesus, seinen Worten und seinen Taten angefangen hat.

Alle sitzen am Tische, wie beim Zöllner Zachäus, Menschen tun einander gutes, wie die Frau, die Jesus gesalbt hat, Menschen werden gesund, wie die gekrümmte Frau, in allem, was Jesus tut, ist der Geist Gottes. Jesus Wirken beginnt mit dem Kraft dieses Geistes. Der Heilige Geist verbindet uns mit Jesus und lässt uns erfahren, was Menschen mit Jesus erlebt haben: bedingungslose Liebe und geschwisterliche Gemeinschaft.

Wenn wir den Heiligen Geist einladen, bin ich überzeugt, dass er kommt. Wahrscheinlich aber anders als wir es erwarten, denn der Heilige Geist ist ein überraschender Gast. Er lehrt uns die Welt anders zu sehen. Sie nicht in oben und unten und gerecht und ungerecht einzuteilen, sondern mit den Augen der Liebe zu sehen. Gott gibt seinen Geist verschwenderisch weiter. Er lädt mich ein sich mit Menschen an einen Tisch zu setzen, wie bei einem Festmahl. ER fordert uns auf das Leben zu genießen, sich verwöhnen, sich beschenken zu lassen, echte Lebensfreude zuzulassen. Dann entsteht etwas Neues, eine Gemeinschaft wird spürbar, in der einer den anderen achtet und respektiert und dann auch großzügig weitergibt, was man selbst geschenkt bekommen hat.

Das ist für mich wie ein Traum von Kirche: Wir teilen das Leben, wie es eben ist. Wir sind zusammen und lassen uns anstecken vom Geist Jesu. Wir stellen uns zur Verfügung mit dem, was wir haben. Geben unsere Zeit, unsere Geschichten, unsere Begabungen und teilen sie. Ich denke, dann wird etwas Wunderbares geschehen. Menschen werden sich verstehen, sie werden dieselbe Sprache sprechen. Die Sprache der Liebe und des Lebens. Lasst uns offen sein für den Heiligen Geist und lassen wir uns überraschen.  

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen

 

Gebet:

Lebendiger Gott, Heiliger Geist, wir danken dir, dass du uns ins Leben rufst und in Bewegung bringst. Lehre uns, die Sprache der Liebe zu sprechen und unsere Hände zu öffnen für das, was du uns schenkst.

Gott, Heiliger Geist, Tröster, wir bitten dich um deinen Trost für Menschen, die um einen Angehörigen trauern. Tröste sie und sei ihnen nahe. Hilf ihnen zu trauern und Abschied zu nehmen. Halte die Menschen, die verstorben sind in deiner Hand.

Gott, Heiliger Geist, wir bitten dich für Kranke, für Hoffnungslose und Verzweifelte. Für Menschen, die unter Menschen leiden. Schenke deinen Trost und deine Nähe.

Gott Heiliger Geist, wir bitten dich, gib Geistesgegenwart, wo wir Entscheidungen zu treffen und zu verantworten haben. Wehre Geistlosigkeit und Einfallslosigkeit.

Schenke es, dass wir das lange Bewährte, das Vertraute und das Gewohnte prüfen – und wenn es sein muss, verlassen, und ins Leben aufbrechen. Sende uns deinen Geist.

 Amen.

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Segen:     

Gott allen Trostes und aller Verheißung segne uns und behüte uns,

begleite uns mit deiner Liebe, die uns trägt und fordert,

Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,

denn deine Güte schafft neues Leben,

wende dein Angesicht uns zu und schenke uns Heil,

lege deinen Namen auf uns und wir sind gesegnet! Amen.

 

Liedvorschlag: O komm, der Geist der Wahrheit (EG 136)

 


Briefkasten – Gottesdienst an Pfingstmontag, 01.06.2020

 

Im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unser Anfang und unsere Hilfe ist Gott der Herr, der Himmel und Erde gemacht hat, der Bund und Treue hält ewiglich und der nicht fahren lässt das Werk seiner Hände. AMEN

 

Psalm 118,25-29:

O Herr, hilf!

O Herr, lass wohlgelingen!

     Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

     Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.

Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

     Du bist mein Gott, und ich danke dir;

     mein Gott, ich will dich preisen.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

 

Gebet:

Gott, Heiliger Geist, du willst in uns wohnen, willst es in uns hell machen, uns erwärmen, uns Kraft geben. Wir danken dir, dass du uns so nahe bist und bitten dich für unsere Ohren: Öffne sie für dein Wort. Lass uns deine Stimme hören, aber auch die Stimmen derer, die unsere Hilfe brauchen.
Wir bitten dich für unsere Augen. Lass uns Gutes sehen, die Wunder deiner Schöpfung, das Lächeln der Menschen. Und lass uns sehen, wenn jemand in Not ist. Wir bitten dich für unser Herz: Komm in unser Herz und schenke uns deinen Frieden, einen getrosten Glauben, barmherzige Liebe und lebendige Hoffnung. Wir bitten dich für unsere Hände: Wir wollen sie öffnen, dir und anderen entgegen strecken. Mach sie zart und stark, Frieden zu stiften und Gutes zu tun. Wir bitten dich für unsere Füße: Lass uns Wege gehen, die Jesus mitgeht, tapfer und geduldig. Begleite uns auf diesen Wegen. Wir bitten dich für unseren Mund: Wir möchten Dich loben und anbeten, mit guten Worten, aber auch mit Schweigen. Du, Heiliger Geist, wir danken Dir, dass Du uns so nahe bist. AMEN.

Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben, begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Lesung aus Apg 2:

37 Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.39 Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.40 Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!

41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.42 Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

43 Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.

44 Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.

45 Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Angedacht….

Guten Tag!

Darf ich mich vorstellen?

Ich bin der Friede. Kennen Sie mich eigentlich noch? Zugegeben, ich bin ziemlich abgemagert. Kein Wunder in diesen harten und erschütterten Zeiten. Oft werde ich beim Namen gerufen, und dann bin ich zur Stelle. Aber seltsam; meistens habe ich das Gefühl, war es gar nicht so ernst gemeint und ich habe eher den Eindruck, dass ich störe und unbequem bin. Wenn ich mich schon mal zu Wort melde zwischen Alt und Jung, zwischen rechts und links, zwischen Parteien und Gruppen, dann guckt man mich verwundert an, als wäre ich einer aus einer anderen Welt! Na ja, zugegeben, irgendwie bin ich das ja auch. Ist es denn so falsch, wenn ich behaupte: So einen wie mich, so einen aus einer anderen Welt, so einen brauchen Sie doch heutzutage. Du sollst - so lautet schließlich mein Auftrag - überall dort zur Stelle sein, wo die Vorurteile sich häufen, wo die Missverständnisse wachsen, wo Fäuste geballt werden. Wo der Hass Mauern aufrichtet. Überall dort soll ich dazwischen sein, um Brücken zu schlagen. Zusammenzubringen, was auseinander klafft. Verständnis zu wecken, Misstrauen auszuräumen.

Als ich von Gott Senior und Gott Junior damals schon bei dem Geburtstag der Erde diesen Auftrag bekam, dachte ich; die Menschen werden froh sein, wenn ich komme. Sicher mir war schon mulmig dabei als bester Tröster aller Zeiten auf die Erde zu kommen- ein schwerer Auftrag. Aber ich war gut ausgestattet: mit Geduld gekleidet, mit Langmut bedeckt, mit Gelassenheit ausgestattet und durch Phantasie und Einsicht ausgezeichnet. Also, ich dachte, wenn ich komme, ich, der Friede auf Erden, sie werden mich begrüßen und aufnehmen, wie einen, den sie ganz lange und sehnsüchtig gewartet haben.

Aber - was ist daraus geworden! Vor die Tür geschickt haben sie mich, im Regen stehen gelassen. Sehen Sie doch selbst, wie zerzaust ich bin. Ich frage Sie: Habe ich denn gar keine Chance mehr bei Ihnen? Dabei wäre das doch auch Ihre Chance - und mehr als das!

Alles habe ich versucht: als „Geist über den Wassern, als „ungebetener Wind“, als Sturm, der den Aposteln Feuerzungen auf Haupt setzte, und besonders habe ich mich immer wieder als Taube probiert “, als „Ölzweigträgerin“ für Herrn Noah, als Himmelsoffenbarerin bei Jesu Taufe. Immer wieder ist die Taube Symbol des Friedens und des Heiligen Geistes gewesen.

Aber wie steht es auch um unsere Tauben, frage ich Sie?

Und der Heilige Geist kam in der Gestalt einer Taube (Mk 1,10)

Sie wissen, Tauben haben eine Vorliebe für Kirchen. Vor allem für Stadtkirchen. Dort nisten sie häufig auf jedem Mauervorsprung und in allen Fensternischen. Mancherorts spricht man von einer richtigen Taubenplage und versucht, sich davon mit allen Mitteln zu befreien. Und per „Taubenverordnung“ ist es sogar gesetzlich geregelt, dass freifliegende Tauben nicht gefüttert werden dürfen.

Eigentlich ist das paradox, denn ohne die Taube gäbe es keine Kirche.

Jedes Mal, wenn ich in einer fremden Kirche bin, halte ich Ausschau nach ihr. Entweder befindet sie sich über dem Taufbecken oder über dem Altar oder über der Kanzel. Oft entdecke ich sie auch oben im Deckengewölbe, schön gemalt oder plastisch geformt, manchmal als Eckstein oder frei schwebend irgendwo im Kirchenschiff. Immer wirkt sie natürlich, fast lebendig. Und meistens ist sie weiß.

Ob es allen Gemeindegliedern bekannt ist, dass die Taube das Symbol des Heiligen Geistes ist? Ob ihnen vielleicht die Geschichte einfällt, in der davon erzählt wird, dass sich der Himmel öffnete und der Heilige Geist sichtbar in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkam und eine Stimme aus dem Himmel sprach: “Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden?“

Ich frage mich, ob die Taube überhaupt noch wahrgenommen wird in der Kirche. Gehört sie nicht einfach, wenn überhaupt, zum Inventar? Kennen die Konfirmandinnen und Konfirmanden ihre Bedeutung? Für sie ist die Taube vermutlich weniger das Symbol des Heiligen Geistes als das Symbol der Friedenstaube. Aber mit der Friedenstaube ist es auch eigenartig. Sie hält sich selten in der Kirche auf, sondern bevorzugt die Straßen und öffentlichen Plätze. Ich möchte wohl wissen, warum sie sich auf und davon gemacht hat. Ob ihr die Kirchen zu eng geworden sind? Hat sie sich deswe­gen neue Nistplätze gesucht und lässt sich auf Transparenten und Fahnen durch die Straßen tragen? Ich stelle mir vor, wenn es allen bewusst wäre, dass sie in Wirklichkeit das Symbol des Heiligen Geistes ist, kehrte sie gern wieder in die Gotteshäuser zurück, und sei es in der Gestalt der Friedenstaube.

Von einer Kirche habe ich gehört, dass sie in ihr nicht geduldet wird. Der Küster hat sie erschossen, weil er meinte, eine Taube habe in der Kirche nichts zu suchen, und sie tat ihm auch leid, weil sie dort verhungert wäre. Ich habe gehört, dass es in dieser Kirche weder eine lebendige noch eine gemalte, noch sonst eine Taube gibt. Aber eigenartiger Weise scheint sie dort auch niemand zu vermissen. Und das finde ich schon recht sonderbar. Dabei war die Taube schon seit alter Zeit nicht irgendein Vogel für die Menschen. Brieftauben bringen Botschaften über oft erstaunliche Entfernungen (über 1000 Km) und schaffen auf diese Weise Verbindung. Die transportieren dabei nicht nur die Botschaft, sondern haben einen untrüglichen Instinkt, den rechten Weg zu finden. Für die Christen wurde die lautlos nieder schwebende Taube schnell zum Bild des Gottesgeistes, der sich ohne Lärm, fast unauffällig auf Menschen niederlässt.

Deswegen wünsche ich uns allen zu Pfingsten,

- Gespräche, die Verbindung schaffen, auch wenn der andere noch so weit entfernt zu sein scheint;

- Zeichen und Gesten, die Frieden ausdrücken, auch wenn sie noch so klein sind;

- und besonders für die Konfirmanden, eine neue Be-geist-erung für Jesus und seine Gemeinde , vielleicht auch einen Geistesblitz, dass Jesu Gemeinde –egal ob in Eitorf, Herchen oder sonst wo, auch wenn sie manchmal sehr uncool wirkt, wenig Action für euch zeigt, eben nur sehr still in jedem von uns spürbar ist. Gottes Geist schwebt nun einmal meist lautlos, lärmvermeidend, aber glaubt mir, meine Lieben, das Pfingstwunder in Jerusalem damals ist Beweis dafür, dass Gottes Geist auch mit viel Action, gewaltig und stürmisch Menschen in Bewegung bringen kann!

Heute, in einer Zeit, in der das Laute, die kreischenden Diskotheken-Boxen, die röhrenden Formel-eins-Motoren oder Großveranstaltungen von der Tagesordnung gestrichen sind, in dieser Zeit -und gerade zu Pfingsten-sollten wir uns an das Leise, Dauerhafte und  Beschwingende des Geistes Gottes erinnern, der wie eine Taube herabsegelt, um Trost und Frieden zu bringen. Nicht Aufsehen erregend, fast nur nebenbei, aber endgültig.

Fast so, wie der Keim, der in der Erde lautlos, unbemerkt und doch so ur-gewaltig das Leben bringt. Fast so, wie die Kerze, die unvernehmbar brennt, sich verzehrt, um Licht abzugeben. Fast so, wie der Atemhauch, der Adam das Leben brachte. Fast so, wie ein schweigender Blick, ein Händereichen, oder ein Kuss, die Versöhnung bringen. Nicht Aufsehen erregend, fast nur nebenbei, aber endgültig. AMEN.

Und der Friede Christi, der höher ist, als alle menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. AMEN.

 

Fürbitte:

Mitten in den vielen Worten bringst du dich bei uns zu Gehör. Mitten in dem Geist unserer Zeit regt sich dein Geist. Mitten in unserer Liebe wacht deine Liebe auf. Mitten zwischen den Fronten, die wir gegen andere errichten, bahnt sich dein Friede an. Mitten unter uns, Gott, bewegst du die Geschichte. Darüber freut sich der ganze Erdkreis und betet:

Vaterunser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns auch nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen:

Gott segne und behüte uns.
Gottes Geist beflügle unsere Phantasie.
Gottes Atem lebe in unseren Träumen.
Gottes Großzügigkeit ermutige uns zum Geben, zum Teilen.
Gott begleite uns auf jedem Schritt in all unserem Tun und Lassen
 –heute und morgen und jeden Tag.
Gott gehe mit uns und schütze uns.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN:

 

Liedvorschlag EG 136 O komm, du Geist der Wahrheit

2) O du, den unser größter Regent uns zugesagt:

komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt.

Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit

die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit.

3) Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt als je;

darum musst du uns rüsten mit Waffen aus der Höh.

Du musst uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu

und musst uns ganz befreien von aller Menschenscheu.

7) Du Heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern;

mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn.

O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund,

dass wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund.